So machen vielbegabte Scanner-Persönlichkeiten aus den vermeintlichen Schwächen Stärken: Unkonventioneller Lebenslauf, häufige Wechsel, unbeendete Ausbildungen, viele unterschiedliche Ausbildungen – all das können Vielbegabte dazu nutzen, ein ganz persönliches Portfolio ihrer Fähigkeiten und Stärken zu erstellen. Genau dazu möchte ich dir ein paar Anregungen geben.

Gestalte dein persönliches Portfolio

Wörtlich genommen bedeutet Portfolio so etwas wie eine zusammengetragene Sammlung von Blättern. Im übertragenen Sinne stellen Firmen und Unternehmen, aber auch Künstler oder Selbstständige ihr Angebot in einem Portfolio vor. Wer in eigener Sache für sich wirbt, erstellt diese Sammlung seiner Fähigkeiten und Angebote: Ein Portfolio bündelt in geeigneter Art und Weise alle deine Gaben und Fertigkeiten, die deine besondere Eignung für bestimmte Aufgaben deutlich werden lassen. Dies kann zu einem Teil einer Bewerbung werden.

Klassische Bewerbungsunterlagen sind ebenfalls ein Portfolio, allerdings nur der Pflichtteil, mit dem du zeigst, dass du verstehst, wie das Spiel gespielt wird. Das Zielportfolio ist ergänzend dazu dann die Kür: Hier kann und darf das Besondere deiner Persönlichkeit, deiner Fähigkeiten und deines bisherigen Lebenswegs leuchten. Hierfür bedarf es der Vorarbeit: Du erstellst ein persönliches Masterportfolio.

Masterportfolio – der Gedächtnispalast

Kennst du die britische Fernsehserie „Sherlock“ mit Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle des genialen, aber auch exzentrischen Privatdetektivs? Immer wenn Sherlock eine Information, ein kleines Detail in seinen Ermittlungen zu fehlen scheint, macht er das Folgende: Er betritt seinen Gedächtnispalast. Er geht davon aus (im Gegensatz zu den Menschen, die jetzt bei Google suchen würden), dass er alles Notwendige in sich hat. Er geht also in sich und findet, natürlich, das Detail, das noch gefehlt hat. Übrigens: Diese sogenannte Mnemotechnik ist schon Hunderte von Jahren alt.

Für dein Masterportfolio gehst du genauso vor: Du gehst in dich und suchst nach jedem Detail, dass in deinem bisherigen Leben deine besonderen Fähigkeiten und dein Wissen unterstreichen, präsentieren und darstellen kann. Hier wirst du allerdings im Gegensatz zu Sherlock ganz konkret: Seien es Bilder, Urkunden, Briefe oder Referenzen – alles wird erst einmal hervorgeholt, festgehalten und gesammelt. Ganz wichtig ist, dass du nichts zensierst: Es entsteht so eine Illustration deines Gedächtnispalastes nur für dich allein. So erhältst du das Ausgangsmaterial für den nächsten Schritt, das Zielportfolio.

Zielportfolio – die persönliche Visitenkarte

Noch einmal: Worum genau geht es bei der Arbeit mit Portfolios? Die erste Annahme ist, dass ein interessanter und eigenwilliger Lebensweg immer Ausdruck und Beleg deines persönlichen Lebensstils und deiner besonderen Fähigkeiten ist. Diese Klarheit macht uns zum großen Fisch, der im Gegensatz zu all den kleinen Fischen nicht mehr den großen Teich sucht. Dieser große Teich ist Sinnbild für den Mainstream und das Mittelmaß – für das, was man so tut, für die Plätze, zu denen alle gehen.

Wir aber schauen nach den kleinen Teichen: Nischen, in denen man als vielbegabtes Multitalent mit besonderen Fähigkeiten auffällt und durchaus willkommen ist. Die Konkurrenz ist hier meist geringer, denn die kleinen Fische kommen nicht hierher und haben hier auch kaum eine Chance.

Aus deinem ständig wachsenden und blühenden Masterportfolio triffst du nun eine ganz gezielte Auswahl.

Hierfür leitet dich zunächst die Frage, für welchen Anlass du ein solches Zielportfolio erstellst, wie zum Beispiel:

  • Vorbereitung für eine Stellenbewerbung
  • Erstellung von Bewerbungsunterlagen
  • Vorbereitung für ein Bewerbungsgespräch
  • Gehaltsverhandlung
  • Interner Positionswechsel
  • Existenzgründung als Selbstständiger
  • Kreditverhandlungen bei Banken

Aus dem Anlass ergibt sich auch die Person oder der Personenkreis, für den das Zielportfolio bestimmt ist. Bei einem Zielportfolio triffst du also eine Auswahl. Du wählst aus deinem riesigen Masterportfolio, das so typisch für Vielbegabte ist, sorgfältig das Relevante aus. Jetzt merkst du spätestens, wie segensreich es ist, sich bei der Erstellung des Masterportfolios keinerlei Begrenzung aufzuerlegen.

Noch ist es im deutschen Sprachraum ungewöhnlich, mit einem Portfolio aufzuwarten – sei es bei einem Vorstellungsgespräch, sei es bei einer Gehaltsverhandlung. Aber in kreativen Bereichen, wo beispielsweise Texte erarbeitet werden, ist es schon üblich, Arbeitsproben von sich zu präsentieren. Und das wird sich sicherlich auch auf andere Branchen ausdehnen. Bis dahin hast du, wenn du die Portfolioarbeit für dich nutzt, den Vorteil, etwas Besonderes zu bieten.

Portfolioarbeiter sind clevere Selbstmanager

Portfolioarbeiter leben einen bestimmten Arbeitsstil und eine Form des Selbstmanagements. Es sind die typischen vielbegabten Charaktere, zu denen diese Art des Selbstmanagements passt. So unterschiedlich vielbegabt Multitalente sind, es gibt dennoch einige charakteristische Merkmale die diese besonderen Individualisten vereinen. Hier noch einmal zusammengefasst die Aspekte, die für Portfolioarbeiter besonders kennzeichnend sind:

  • Flexibilität: Eine hohe Anpassungsfähigkeit lässt Scanner-Persönlichkeiten leicht in verschiedene Rollen schlüpfen und sich auf sehr unterschiedliche Situationen einstellen. Diese Menschen sind so aus Freude an der Vielfalt und nicht aus latentem Opportunismus oder Unsicherheit.
  • Kreativität: Diese Fähigkeit ist heute mehr gefragt denn je. Aber sie ist zugleich auch ein rares Gut. Kreativität braucht Freiheit und Toleranz. Vielfalt, Kreativität und Innovationsfähigkeit zeichnet den Vielbegabten aus.
  • Netzwerk: Der Portfolioarbeiter ist meist sehr gut und vielfältig vernetzt. Kommunikation ist sein Metier und vielseitige Kontakte schaffen auch viele, manchmal ungewöhnliche Synergien, die nutzbar und ausschlaggebend für Erfolg sein können.
  • Identifikation: Wenn ein Vielbegabter für eine spannende Aufgabe oder ein Projekt verantwortlich sein darf, ist sie ungewöhnlich hoch. Dies hat, geschickt genutzt, oft auch einen unglaublich positiven Effekt für andere, die ebenfalls in diese Aufgabe involviert sind.
  • WirOrientierung: Scanner-Persönlichkeiten lieben Kooperation mehr, als dass sie sich einer Konkurrenzsituation stellen wollen. Diese Fähigkeit macht sie zu hervorragenden Teamplayern.

Herausforderungen

Aus diesem kurzen Porträt wird deutlich, dass es eine Herausforderung für Arbeitgeber und Projektverantwortliche gibt. Sie müssen diesen Typus Mitarbeiter wirklich wollen und darüber hinwegsehen, dass er einige Dinge manchmal nicht mag:

  • Kleinkram und Detailarbeit
  • Administrative Aufgaben
  • Finishing

Der letzte Punkt ist aus den Stärken erklärbar: Wer kreativer Pionier am Anfang eines Projekts ist, ist nicht der, der den letzten Feinschliff macht. Vielbegabte Menschen mögen einfach keine Routineaufgaben, denn sie bremsen ihre Kreativität aus. Also braucht ein Portfolioarbeiter eine oder mehrere Personen an der Seite, die ihn respektieren, ermutigen und ihm im Zweifel den Rücken freihalten. Das muss nicht bis zur Selbstaufgabe gehen wie beim Filmregisseur Werner Herzog, der zuletzt der Einzige war, der noch mit dem genial-verrückten Schauspieler Klaus Kinski Filme machen konnte. Es kommt auf die Wechselwirkung an. Wer ein gewisses Maß an Freiheit braucht und bekommt, tut dann auch gut daran, seine innere Diva zu zügeln.

Der Portfolioarbeiter wird schon bald ein Vorreiter sein

Viele andere Lebens- und Arbeitskünstler werden ihm nacheifern, denn es ist wirklich befriedigend, so zu arbeiten. Der Portfolioarbeiter erfüllt nämlich keine vorgefertigten Erwartungen: Er macht sein Ding!

Du siehst: Ein Portfolioarbeiter zu sein oder zu werden lohnt sich und ist für die eigene Seelenhygiene und für viele Projekte ein wahrer Segen. Also frag dich nicht mehr: Was will man von mir sehen? Frage dich vielmehr: Was kann ich von mir zeigen? Mit dieser inneren Haltung gelingt die Wandlung. Du schaust nicht mehr nur prüfend von außen auf dich für eine fragliche „Selbstoptimierung“ an bestehende Bedingungen. Du gehst vermehrt in dich, durchlichtest dich von innen nach außen und schaffst dir dein Projekt, deine Arbeitsbedingungen und vieles mehr. Dein Portfolio wächst mit dir mit. Es wird – wie du – immer erfüllter und erfüllender.

Endlich Klarheit!

Vielbegabte Menschen lebten ihr Leben bis zur „Entdeckung“ dieser Qualität oft in einem Gefühl großer Bedrückung. Sie fühlten sich unverstanden, irgendwie falsch, fremd – wie von einem anderen Stern. Manche sind in ihrer Familie krasse Außenseiter, manchmal ist aber auch die ganze Verwandtschaft vom Außenseitertum geprägt, denn Vielbegabung – oft gepaart mit Hochsensibilität – taucht in vielen Familien gehäuft auf.

Auch eine späte Erkenntnis führt zu sichtbarer Erleichterung und lässt ein Lachen in den Augen aufblitzen.

Viele beginnen ihre Lebensgeschichte neu zu erzählen, so, als hätten die geänderten Vorzeichen alles in ein anderes Licht gerückt, als hätten sich ihre Perspektiven vollständig geändert. Der neue Blickwinkel ermöglicht eine Umdeutung all dessen, was war. Oft fällt die Vergangenheit zusammen wie ein Kartenhaus.

Entscheidungen können Scannern schwer fallen

Viele Multitalente können sich schwer entscheiden, haben Probleme mit ihrer Zeiteinteilung oder wissen nicht genau, wie sie ihre Kreativität lenken können. Sie pendeln zwischen Mut und Verzagtheit, Begeisterung und Selbstzweifeln. Das kann sich ändern. Mein E-Book mit dem effektiven Selbst-Coaching für vielbegabte Scanner-Persönlichkeiten zeigt dir effektive Wege zu glücklich gelebter Neugier und innerer Freiheit.

Hier erhältst du es:

Herzlichst
Anne