Viele Angestellte, wahrscheinlich auch du, haben es sich schon einmal überlegt: einfach in der Firma hinschmeißen und als Selbständiger Geld verdienen. Kein Chef mehr, der mit Termindruck oder Überstunden nervt. Freie Einteilung der eigenen Arbeitszeit und die Früchte der eigenen Arbeit ernten. Doch verdienst du mit Selbständigkeit auch mehr als in deinem Job als Angestellter?

Die Zahlen dahinter

Eine Studie des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung ist dieser Annahme auf den Grund gegangen. Dafür wurden erwerbstätige Personen zunächst gefragt sich in eine der gegebenen Kategorien einzuordnen.

  • Die erste waren abhängig Beschäftigte, also Personen, die fest bei einer Firma angestellt sind und von dieser monatlich einen Lohn bekommen.
  • Die zweite Gruppe bestand aus Solo Selbständigen. Diese Personen gehören keiner Firma an und handeln komplett selbständig. Sie besitzen auch keine Angestellten oder Partner und müssen selbst alle Aspekte ihrer Arbeit erledigen.
  • Die dritte Kategorie umfasste die Selbstständigen mit Angestellten, im Prinzip also Unternehmer, die selbst wieder Personen aus der ersten Kategorie beschäftigen.

Dann wurden die an der Studie beteiligten Personen gebeten, ihr monatliches Gehalt anzugeben. Entsprechend dieser Angabe wurden sie dann in eine von acht Kategorien eingeteilt, die nach Höhe des Einkommens gestaffelt sind.

Die Ergebnisse der Studie

  • Abhängig Beschäftigte verdienen im Durchschnitt um die 1.300 Euro pro Monat, Werte zwischen 800 und 2.400 Euro pro Monat waren häufig vertreten.
  • Solo Selbständige schnitten schlechter ab. Durchschnittlich 900 Euro gaben diese als Monatsverdienst an, wobei es aber noch mehr Ausreißer nach oben gab. So gaben auch über zwei Prozent dieser Gruppe an, über 4.000 Euro monatlich zu verdienen.
  • Noch besser sah es bei den Selbständigen mit eigenen Angestellten aus. Durchschnittlich 2.400 Euro wurde hier als Monatsverdienst angegeben, weniger als 1.000 Euro pro Monat fast nie. Auch Einkünfte von über 10.000 Euro pro Monate waren mit drei Prozent der Befragten noch vertreten.

Damit liegt der Mittelwert bei allen Selbständigen bei ungefähr 2.000 Euro, einer deutlichen Steigerung gegenüber den Angestellten.

Die Selbständigkeit ist ein Lebensstil

Wenn du jetzt aber schon dabei bist, deine Kündigung zu tippen, solltest du noch kurz abwarten. Die Selbständigkeit ist mehr als ein Beruf. Sie endet nicht mit dem Verlassen des Büros.

Selbständige müssen gut mit Druck umgehen können und den Überblick behalten. Als Angestellter bist du ein Zahnrad in einer oft riesigen Maschine. Viele andere Angestellte arbeiten auch an der gleichen oder an einer ähnlichen Aufgabe wie du und gemeinsam erzeugt ihr eine Leistung. Die Abteilungsleiter und Firmenchefs tragen zum großen Teil die Verantwortung für den Erfolg des Unternehmens. Das erlaubt dir zuhause nicht mehr an den Job denken zu müssen und deine Freizeit zu genießen.

Als Selbständiger musst du diese Funktionen alle selbst erfüllen. Nur du kannst den Erfolg garantieren, nur du kannst neue Kunden gewinnen. Gerade am Anfang kann es schwer sein, in einer mit Konkurrenz gefüllten Branche Kunde zu erlangen und ein hohes Einkommen zu erzielen. Dazu kommen viele Anschaffungskosten, je nach Branche, in der du dich selbständig machen willst.

Vorteile der Selbständigkeit

Nimmst du jedoch diese Rolle an und blühst in ihr auf, wirst du als Selbständiger sehr sicher mehr Geld verdienen als ein Angestellter. Zeigst du Durchhaltevermögen und baust dein Unternehmen auf, kannst du selbst Angestellte hinzugewinnen und dir so etwas Last von deinen Schultern nehmen. Neben dem finanziellen Erfolg verspüren Selbstständige oft auch mehr Genugtuung als Angestellte. Du kannst den Erfolg deiner Arbeit vollkommen selbst genießen und der soziale Status eines erfolgreich Selbständigen ist auch sehr gut.

Vermeide die typischen Fehler hochsensibler Selbständiger

Die folgenden Fehler solltest du nicht machen, wenn du dich selbständig machen willst.

  1. Sei beim Verkauf nicht zu zurückhaltend. Oft wollen sich Hochsensible nicht aufdrängen und empfinden Verkäufer selbst als störend. Fakt ist, dass dein Unternehmen davon leben wird, ob du Verkäufe abschließen kannst. Zudem ist es wichtig, bestehende Kunden zu behalten. Es ist zehnmal teurer, einen neuen Kunden anzuwerben, als einen Bestandskunden zu halten.
  2. Du brauchst ein solides Selbstwertgefühl. Dein Vertrauen in dich selbst und deine Geschäftsidee ist deine größte Stärke, – wenn du wirklich unerschütterlich daran glaubst. Deine Arbeit verdient eine angemessene Entlohnung, wenn du sie ordentlich machst.
  3. Du solltest auch zumindest etwas Hintergrundwissen über Marketing haben. Das richtige Marketing lockt Kunden an und sichert so dein Einkommen. Vernachlässige diesen Aspekt der Selbständigkeit auf keinen Fall, es ist einer der wichtigsten.
  4. Ein Preisgefühl sollte bei dir auch vorhanden sein. Ein guter Unternehmer weiß, wie viel seine Produkte und Dienstleistungen wert sind. Nur mit einem angemessenen Preis verdienst du viel Geld und hältst deine Kunden bei Laune.
  5. Du darfst nicht die Arbeit an der Firma für die Arbeit in der Firma vernachlässigen. Es ist zwar wichtig, in deiner Firma Leistung zu erzielen und Produkte fertigzustellen oder Dienstleistung zu verbessern, aber die Beschaffung, den Vertrieb oder die Finanzen richtig zu managen sind genauso wertvoll. Du bist jetzt für alle Aspekte einer Firma verantwortlich.

All das Wissen um Selbständigkeit, funktionierendes Marketing und stabiles Personal Branding wird dir aber nichts nutzen, wenn du unter Geld-Blockade leidest. Oder unter Armutsbewusstsein. Oder unter einer ausgeprägten Geldallergie.

Leider musste ich in den vergangenen Jahrzehnten viele Hochsensible kennenlernen, die genau darunter litten. So konnten sie bei aller Fachkompetenz und einer liebenswerten Persönlichkeit keine finanziell erfolgreiche Karriere erleben. Damit das bei dir nicht der Fall ist, möchte ich das Geld-Thema noch einmal vertiefen.